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Geschichte

Zeitreise zurück und in die Zukunft.

Vom kleinen Handwerksbetrieb aus Südbaden bis zum weltweit führenden Anbieter integrierter Prozesslösungen für Kunden aus den Industrien Pharma, Lebens- und Futtermittel sowie Feinchemie. Sechs Jahrzehnte wegweisender Entwicklungen und technologisch ausgereifter Konstruktionen. Geprägt vom Pioniergeist des Gründers Werner Glatt und dem Anspruch, Maßstäbe in Qualität und Leistungsfähigkeit zu setzen. Werfen Sie einen Blick auf unsere Erfolgsgeschichte.

1949 – 1953 Der Traum vom eigenen Betrieb

1949: Werner Glatt legt die Prüfung als Blechnermeister ab.
Start mit eigener Werkstatt daheim in Binzen.
Erfahrungen in verschiedenen Betrieben in Deutschland und der Schweiz.

Noch während seiner Fortbildung zum Blechnermeister hegte der junge Werner Glatt aus dem südbadischen Binzen den Wunsch, sich mit seinem Know-how selbstständig zu machen. Als Angestellter bei der Firma Geissenberger in Basel baute er gleich nach seiner Meisterprüfung die erste eigene Werkstatt im Ziegenstall seiner Großmutter auf, wo er für benachbarte Bauern kleinere Reparaturen ausführte.

Während seiner Lehr- und Wanderjahre in verschiedenen Betrieben in Deutschland und der Schweiz hatte der junge Blechner wertvolle Erfahrungen auch in der Realisation von Großaufträgen für die Industrie gesammelt, die ihm später beim Aufbau des eigenen Unternehmens von großem Nutzen sein sollten.

1954 – 1958 Vom Handwerksbetrieb zum Technologiepartner der Pharmaindustrie

1954: Gründung der eigenen Firma in Weil-Haltingen.
Start mit Ofenrohren. Erweiterung auf Lüftungssysteme und Entstaubungsanlagen.
Erste Aufträge für die Pharmaindustrie und Erweiterung auf Anlagenbau.

Im Jahr 1954 bot sich für Werner Glatt die Gelegenheit, eigene Fabrikräume zu erwerben. Im benachbarten Weil-Haltingen, nahe der Schweizer Grenze, gründete er in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Fabrik für Stahlrohrmöbel seinen eigenen Betrieb. Zunächst versorgte er die umliegenden Bauernhöfe mit Ofenrohren. Wenig später erweiterte er sein Angebot auf Lüftungssysteme und Entstaubungsanlagen. Gelegentlich führte er auch schon größere Aufträge für Industriebetriebe in der Region aus.

Sein technisches Know-how und die geografische Nähe zu großen Pharmaunternehmen führten bald schon zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit, die sein kleines Unternehmen nachhaltig beeinflussen sollte. Innerhalb von wenigen Jahren war sein Geschäft erfolgreich gewachsen, sodass er sich immer mehr dem Apparatebau zuwandte. So begann er Trockner für den Einsatz in der pharmazeutischen Industrie herzustellen.

1959 - 1970 Pionier der Wirbelschichttechnik & Expansion in neue Märkte

Glatt auf Erfolgskurs

1959: Erster Wirbelschichttrockner für die pharmazeutische Industrie.
1961: Übersiedlung nach Binzen und erster Messeauftritt auf der ACHEMA.
1964 – 1966: Neuentwicklung der Wirbelschichtsprühgranulation.
1966: Weiterentwicklung der Wirbelschicht-Coating-Technologie im Wurster-Verfahren – erster Glatt-Wirbelschichtgranulator WSG.
Seit 1962: internationale Expansion.

Den ersten Wirbelschichttrockner für die pharmazeutische Industrie entwickelte das junge Unternehmen mit nur einem Dutzend Mitarbeitern für die Firma Gödecke in Memmingen. Das bildete die Grundlage für alle heute etablierten Wirbelschichtprozesse. Viele der bis dahin auf Hordentrocknern üblichen Prozesse konnten deutlich verkürzt werden und waren einfacher zu handhaben. Es folgten weitere große Aufträge namhafter Pharmafirmen wie Merck, Höchst, Geigy.

1959 erwarb die Firma Glatt das Areal und die Gebäude der alten Bühlmühle in Binzen, dem Heimatort Werner Glatts. Nach aufwändigen Renovierungsarbeiten folgte im Jahr 1961 die Übersiedlung des Unternehmens zurück nach Binzen, wo sich bis heute der Stammsitz befindet. Im selben Jahr war Glatt mit seinen Anlagen erstmals auf der ACHEMA, der weltweit größten Chemiemesse in Frankfurt am Main, präsent.

1962 – 1966 entwickelte die Firma Glatt in Zusammenarbeit mit Sandoz in Basel ein neues Verfahren der Wirbelschichtsprühgranulation. Die ersten Versuche für diese technische Innovation wurden auf dem Binzener Firmengelände mit einer Rebspritze durchgeführt. Der Glatt Wirbelschichtgranulator verschaffte dem Unternehmen weltweiten Erfolg. Glatt hat die Wirbelschichttechnologie nicht nur als Pionier entscheidend geprägt, sondern sollte diese in Zukunft auch fortlaufend weiterentwickeln.
 
Bald schon gelang der Firma in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Roche eine weitere revolutionäre Eigenentwicklung: ein neuartiges Wirbelschichtlackier- und dragierverfahren. Dieses lieferte ähnliche Coating-Ergebnisse wie das bereits in den USA von Prof. Wurster an der Universität Wisconsin entwickelte Verfahren. Aus dieser Entwicklung entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der „Wisconsin Alumni Research Foundation“, um das Verfahren gemeinsam zu optimieren.

Die 1960er-Jahre waren auch die Zeit der weltweiten Expansion. Durch intensive Reisetätigkeit und persönlichen Einsatz legte Werner Glatt den Grundstein für die Entwicklungszusammenarbeit mit vielen großen Pharmaunternehmen und für einen dynamischen internationalen Vertrieb.

In wenigen Jahren war die Marke Glatt auf dem gesamten nord- und südamerikanischen Kontinent mit Wirbelschichtanlagen vertreten. 1970 produzierte das Unternehmen auch für den japanischen Markt. Die revolutionären technischen Innovationen und die hohe Qualität der Produkte in Verbindung mit den oftmals freundschaftlichen Beziehungen Werner Glatts mit seinen Kunden und Partnern ebneten dem weltweiten Wachstum des Unternehmens den Weg.

1971 – 1988 Neue Niederlassungen & neue Technologien

1971: Entwicklung des ersten Trommel-Coaters und Gründung der Produktionsniederlassung in Pratteln in der Schweiz.
1972: Gründung der Glatt Air Techniques in Ramsey im US-Staat New Jersey.
1981: Entwicklung der ersten Granulationslinie für vertikalen Produktfluss. Gründung weiterer Niederlassungen mit eigenen Vertriebs- und Service-Centern in Frankreich und später in Großbritannien und Dänemark.

1971 entwickelte Glatt seinen ersten Trommel-Coater und gründete im selben Jahr seine erste Niederlassung im schweizerischen Pratteln mit dem Schwerpunkt der Trommel-Coater-Herstellung.
1978 entwickelte das Unternehmen einen innovativen Coater mit horizontaler, voll perforierter Trommel.

Die bestehenden Technologien wurden fortlaufend optimiert und weiter entwickelt. Im Jahr 1981 entwickelte Glatt die erste Granulationslinie für vertikalen Produktfluss. Das neue Produktflusskonzept ermöglichte erstmals den Produkttransfer mittels Schwerkraft über mehrere Gebäudeebenen.

Die 1972 gegründete Glatt Air Techniques im amerikanischen Ramsey wurde zum Vertriebs- und Service-Center für Nordamerika. Mit der Präsenz vor Ort und dem später installierten Technologiezentrum erhielten auch Kunden in Übersee die Möglichkeit, innovative Produkte und Prozesstechnologien von Glatt vor Ort zu testen und kontinuierlich zu optimieren.

Den Niederlassungen in der benachbarten Schweiz und in den USA folgten weitere. So gründete Glatt 1983 in Dijon ein Verkaufs- und Service-Center für den französischen Markt. Einige Jahre später folgten Verkaufs- und Serviceniederlassungen im englischen Broughton Astley für die Märkte in Großbritannien und Irland sowie im dänischen Kastrup für den skandinavischen Markt.

 

 

1989 - 1992 Neue Führung & neue Geschäftsfelder

1990: Führungsnachfolge durch Werner Glatts Schwiegersohn Reinhard Nowak. Erweiterung der Firmengruppe durch neue Tochtergesellschaften und Geschäftsfelder:
1990: Glatt Ingenieurtechnik in Weimar und
1991: Glatt Systemtechnik in Dresden.

1990 übertrug Werner Glatt die Geschäftsführung der Glatt GmbH an seinen Schwiegersohn Reinhard Nowak. Heute ist Reinhard Nowak Präsident der Glatt GmbH in Binzen und weiterer Tochtergesellschaften.

Nach dem Zusammenbruch der DDR ergriff Reinhard Nowak bald schon die Chancen, die sich aus der neuen Entwicklung in Deutschland ergaben, um weiteres Know-how dort ansässiger Spezialisten in die Firmengruppe zu integrieren. Nach zwei Firmenakquisitionen wurden 1990 die Glatt Ingenieurtechnik in Weimar und 1991 die Glatt Systemtechnik in Dresden aus der Taufe gehoben. Die neu integrierten Unternehmen wurden komplett renoviert und mit modernsten Systemen ausgestattet.

Mit der Glatt Ingenieurtechnik gehörte nun ein Technologiezentrum für kontinuierliche Wirbelschichtprozesse und schlüsselfertige Fabrikplanung zur Firmengruppe. Die strategische Integration neuer Geschäftsfelder erweiterte die Glatt-Kompetenz der Wirbelschichttechnik und des Material-Handlings um neue Märkte in den Bereichen Food/Feed und Feinchemie.  

Heute ist die Glatt Ingenieurtechnik ein starker Pfeiler innerhalb der Firmengruppe. Mit technischen Innovationen – beispielsweise in der Biotechnologie – und der innovativen Weiterentwicklung und Adaption bewährter Verfahren und Apparate setzt das Unternehmen den Pionierpfad der Firma Glatt erfolgreich fort.

Die Glatt Systemtechnik übernahm die Aufgabe als Produktionsstätte für Produkte-Handling-Systeme und Logistikzentrum für Materialfluss. Damit gewann die Firmengruppe zusätzliche Kapazitäten und eine leistungsstarke Tochter bei der Umsetzung der eigenen Konzepte. Die Dresdner Tochter rüstet heute in Zusammenarbeit mit den Produktionsstätten in Binzen und Pratteln komplette Prozesse in Feststofffabriken der pharmazeutischen Industrie aus.

 

 

1993 – 2013 Neue Innovations-Highlights

1995: Glatt entwickelt die SuperClean® (SC) Technologie für Prozessausrüstungen. Das innovative CIP-Konzept erlaubte
es Anwendern weltweit erstmals, eine oder mehrere miteinander verknüpfte Prozessanlagen in einer komplett geschlossenen Clean-in-Place-Konfiguration zu betreiben.
 
1999: Einführung der CPS Direkt-Pelletisierungstechnologie, die die Herstellung hochpotenter Pellets ermöglicht
 
2000: Lancierung der MicroPx-Technologie, einer kontinuierlichen Technolgie zur Herstellung von Micropellets im Verfahren der Direkt-Pelletisierung
 
2000: Glatt PRO Anlagenkonzept. 12 bar druckstoßfeste Ausführung aller miteinander verknüpften Prozessausrüstungen von Glatt inklusive der Leitungen für den Produkttransfer.
 
2003: Glatt plant und errichtet in Russland eine Fabrik zur Herstellung von Infusionslösungen, die erste pharmazeutische Produktionsstätte mit GMP EU Standard in diesem Land
 
2004: Entwicklung der Baureihe ProCell auf Basis der Strahlschichttechnologie zur sicheren Handhabung von temperaturempfindlichen oder schwer fluidisierbaren Stoffen.
 
2007
: Glatt plant und errichtet eine Anlage zur kontinuierlichen Sprühgranulation eines API für Röntgenkontrastmittel
 
2011: Glatt übergibt Großanlage GFC 2200 zum kontinuierlichen Additive-Coating mit einer Kapazität von mehreren Tonnen pro Stunde in Skandinavien. Es ist die größte bisher realisierte Glatt Anlage für den kontinuierlichen Betrieb.
 
2013: Glatt entwickelt mit MODCOS ein System zur Umwandlung von existierenden Batch-Anlagen in den kontinuierlichen Betrieb.

2000 - 2008 Expansion nach Osten

2000: Glatt gründet eine Repräsentanz in Moskau, Russland. Von hier aus wird der GUS-Markt fortan kundennah betreut.

2006: Glatt eröffnet in Moskau eine Niederlassung. Der Schritt von der Repräsentanz zur eigenen Filiale macht das Unternehmen kommerziell handlungsfähiger. Für Glatt eröffnen sich dadurch neue Geschäftsperspektiven für die gesamte Glatt-Gruppe auf dem russischen Markt.

2008: Glatt eröffnet eine eigene Niederlassung für den Kompetenzbereich Process & Plant Engineering in New Delhi, Indien. Damit wird dem zunehmenden Interesse an Engineering-Dienstleistungen und Projekten in der Region Rechnung getragen.

2011 – 2013 Neue Partner & neuer Standort

2011: Mitglied im strategischen Netzwerk Excellence United.
2013: Gründung von Glatt Systems Private Limited, Indien.

2011 wird Glatt Mitglied in der Excellence United – einer strategischen Allianz unabhängiger Familienunternehmen des Sondermaschinenbaus mit jeweils führender Marktposition in ihrem Segment. Das Netzwerk deckt alle Stufen der Wertschöpfungskette für Kunden aus der Pharma-, Medizintechnik- und Prozessindustrie ab. Für diese bietet das einzigartige Netzwerk gebündeltes Know-how, hohe Technologiekompetenz, weltweiten Service und internationales Projektmanagement.

2013 gründete Glatt sein erstes Produktionswerk auf dem indischen Subkontinent. Am neuen Standort in Pune werden Prozessanlagen und Produkthandling-Systeme hergestellt. Eine Vertriebs- und Serviceorganisation in Mumbai bedient den indischen Markt mit Glatt-Produkten und -Dienstleistungen.

25. August 2014 - Das Ende einer Ära

Werner Glatt - die letzte Reise

Am 25. August 2014 verstarb Werner Glatt, der Gründer der Glatt Unternehmensgruppe, im stolzen Alter von 92 Jahren.

Er war ein außergewöhnlicher Mensch, eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit.

1954 legte der Pionier der Wirbelschichttechnologie den Grundstein für das international tätige Familienunternehmen.

Mit dem Logo der Glatt Unternehmensgruppe, das weltweit jede unserer Maschinen ziert, bleibt der Name Werner Glatt stets präsent und unvergessen.

Glatt. Gegenwart und Zukunft.

Heute sind alle Kinder von Reiner Nowak – Tochter Bianca und die drei Söhne Mirko, Jay und Ivo – mit Führungsaufgaben in der Glatt-Gruppe aktiv. Mit Eintritt der dritten Generation in das Familienunternehmen sind die Weichen für die erfolgreiche Zukunft der Glatt-Unternehmensgruppe gestellt.

 

 

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